Medienmitteilung SP Vorderland: MAiH – Spitalareal Heiden
Der Kanton betont, wie wichtig die Weiterführung des Medizinischen Ambulatoriums in Heiden MAiH und des Betreuungszentrums ist, mit langfristigen Mietverträgen, die sogar verlängert werden sollen. Gleichzeitig lehnt er das Kaufangebot der Vorderländer Gemeinden ab und schreibt das Spitalareal auf dem freien Markt aus: ein politischer und gesundheitspolitischer Rückschritt für das Vorderland.
Das MAiH ist aus Eigeninitiative nach der Spitalschliessung durch grosses Engagement von Privaten und der Gemeinde entstanden. Heute sichern rund 50 Mitarbeitende unter einem Dach eine wohnortsnahe, alltagsnahe Versorgung - ein erfolgreiches Modell, das genutzt und geschätzt wird. Ausgangspunkt jeder Entscheidung sollte diese bewährte Versorgung sein, nicht ein maximaler Verkaufserlös.
Die Vorderländer Gemeinden haben ein tragfähiges Geschäftsmodell und einen selbsttragenden Zweckverband vorbereitet, der Gesundheitsversorgung und Alterspflege ohne Renditedruck weiterentwickeln soll. So blieben Betrieb, Unterhalt und Investitionen in den Händen demokratisch legitimierter Körperschaften, die die Bedürfnisse der Bevölkerung kennen. Ein renditeorientierter Investor hingegen wird andere Prioritäten setzen; höhere Mieten für betreutes Wohnen oder Altersangebote wären wahrscheinlich.
Regionale Solidarität ist keine Einbahnstrasse: Beim Bahnhof-Kreisel Herisau und beim geplanten Verkehrs- und Sicherheitszentrum in Gmünden hat das Vorderland hohe kantonale Investitionen mitgetragen, obwohl das alles Projekte sind, die vor allem anderen Regionen nützen. Nun darf das Vorderland erwarten, dass seine strategisch zentrale Gesundheitsinfrastruktur nicht zum Spielball eines Bieterverfahrens wird, sondern im Sinn des ganzen Kantons gesichert bleibt. Wer einen ausgewogenen Kanton mit starken Regionen will, muss den Gemeinden vertrauen, wenn sie Verantwortung übernehmen und gemeinsam in ihre Versorgung investieren.
Das Spitalareal liegt in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen, zugelassen sind Nutzungen im öffentlichen Interesse, und mit der leerstehenden Klinik am Rosenberg bestehen Alternativen auf dem Markt. Es ist daher fraglich, ob die öffentliche Ausschreibung tatsächlich realistische, «bessere» Angebote bringt oder ob sie vor allem dazu dient, Druck auf die Gemeinden auszuüben. In einer Zeit, in der Gesundheit und Alter an Bedeutung gewinnen, wäre es ein starkes Zeichen, wenn der Kanton nicht nur von dezentraler Versorgung spricht, sondern den Gemeinden zutraut, Verantwortung zu übernehmen.
Darum braucht es jetzt kein Bieterverfahren, sondern Verhandlungsklarheit, Transparenz bei den Preisvorstellungen und den politischen Willen, das Spitalareal Heiden in die Hände der Vorderländer Gemeinden zu geben, als Ausdruck echter regionaler Solidarität.
Vorstand SP Vorderland